PROCESS MINING

Warum läuft nicht jede Charge gleich gut?

Im 420+-Ansatz vergleicht Process Mining geeignete aufgezeichnete Chargenverläufe. Wiederkehrende Unterschiede bei Qualität, Ergebnis oder Ressourcenverbrauch liefern Hinweise für eine gezielte Untersuchung. Welche Aussagen möglich sind, hängt von Datenumfang, Aufbereitung und Verfahren ab.

Verläufe werden vergleichbar.

PROZESSNAHE DATENGRUNDLAGE

Die Datengrundlage entsteht bei der Arbeit.

Ein Vergleich beginnt mit einer konkreten Frage: Welche Unterschiede zwischen den Verläufen könnten für das Ergebnis relevant sein? Dafür werden beispielsweise Material, SOP-Version, Messwerte, Dauer und Ergebnis benötigt. Fehlende oder uneindeutige Zuordnungen begrenzen die Auswertung.

Material, Ausgangscharge, Werkzeug, Anlage, Raum, Zugaben, Messwerte, SOP-Version, Prüfungen, Dauer und Ergebnis bleiben mit jedem Verlauf verbunden.

Prozessereignisse halten die einzelnen Handlungen und Beobachtungen mit ihrem jeweiligen Zeitpunkt und Prozesskontext fest.

Object-Centric Process Mining untersucht zusammenwirkende Objektverläufe, etwa von Charge, Probe und Prüfauftrag. Die Auswahl dieser Perspektive verändert, welche Beziehungen und Wartezeiten sichtbar werden.

Die strukturierte Grundlage entsteht bereits bei der Arbeit. Ergänzende Datenquellen, Zuordnungen und Qualitätsprüfungen richten sich nach dem jeweiligen Analyseziel. Die Fachbeiträge unten vertiefen Austauschformate, Modellentdeckung und Soll-Ist-Vergleich.

MaterialSOPBedingungenAusführungMesswerteErgebnis

Prozessnahe Erfassung schafft den Ausgangspunkt für die Analyse.

STANDARDISIERTE BILDERFASSUNG

Auch Bilder werden auswertbar.

Im Plattformkonzept können Bilder an festgelegten Arbeitsschritten mit Produkt, Charge und Zeitpunkt verbunden werden. Eine vergleichbare Aufnahme benötigt zusätzlich geeignete Bedingungen, etwa Perspektive, Beleuchtung und einen definierten Gegenstand. Der Prozessbezug allein standardisiert das Bild noch nicht.

So liegt das Bild nicht losgelöst in einem Ordner, sondern an genau der Stelle des Verlaufs, an der es entstanden ist – gemeinsam mit Material, Bedingungen, Messwerten und Ergebnis.

Diese Verknüpfung macht Bilder zusammen mit den übrigen Prozessdaten auswertbar. Veränderungen lassen sich im Verlauf vergleichen und in Daten- und Bildanalysen einbeziehen. Auf derselben Grundlage können Aufnahmen später auch unmittelbar bei der Arbeit entstehen – etwa über Smartglasses.

Nicht das Bild allein wird wertvoll, sondern seine eindeutige Stelle im Verlauf.

VERGLEICH UND VERDICHTUNG

Welche Unterschiede verdienen eine nähere Prüfung?

Für den Vergleich werden geeignete Verläufe nach festgelegten Kriterien ausgewählt. Unterschiede können eine Untersuchungsfrage begründen, erklären aber noch keine Ursache. Im beschriebenen 420+-Ablauf wird die Auswahl an Process Intelligence zur weiteren fachlichen Einordnung übergeben.

Die gefilterte Auswahl wird an Process Intelligence übergeben.

Fiktive Illustration: Aus 84 Verläufen werden 28 nach angenommenen Vergleichskriterien ausgewählt; 7 Hinweise stehen zur Prüfung. Das Beispiel zeigt keine gemessene Produktleistung.
84Verläufe
28vergleichbar
7Hinweise
HINWEIS 1 VON 7 · WIEDERKEHRENDER UNTERSCHIEDMaterialgruppe B

trat bei vergleichbaren Verläufen wiederholt gemeinsam mit einem höheren Ergebnis auf.

VERGLEICHSBASISSOP 2 · vergleichbarer Bedingungsbereich · Ausführung ausreichend vergleichbar
FACHLICHER FOKUSMaterial und Bedingungen gemeinsam prüfen

Aus vielen Verläufen werden wenige Unterschiede sichtbar, auf die der nächste Blick gehört.

VERTIEFENDES SYSTEMWISSEN

Von Ereignisdaten zum Soll-Ist-Vergleich.

Weitere Fachbeiträge erklären die Datenmodelle und Analyseverfahren hinter tatsächlichen Prozessverläufen.

XES und OCEL Conformance Checking Process Discovery Prozessvarianten Fitness und Precision Prozessbeziehungen Prozessmuster Prozesslernen

NÄCHSTER SCHRITT

Aus Auswahl wird kontrolliertes Lernen.

Die ausgewählten Zusammenhänge bilden die Grundlage für den nächsten Systemschritt.